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30.11.2005
Protestaktionen zum 3.12.2005 » Presse
Aktionsbündnis hat Widerspruch gegen Auflage der Stadt erhoben -
es bleibt bei der Protestkundgebung 16 Uhr am Bahnhofsvorplatz
Die Stadt Karlsruhe hat dem breiten antifaschistischen Bündnis mit 74
aufrufenden Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen, darunter 11 Bundestags-
und Landtagsabgeordneten, auferlegt, im hinteren Eck des Kronenplatzes zu
demonstrieren. Damit muss der Eindruck entstehen, dass Polizei und
Behörden mit Billigung des Oberbürgermeisters einen Nazi-Aufmarsch
schützen, während friedliche Bürgerinnen und Bürger in
ihrem Versammlungsrecht eingeschränkt werden, ohne dass es dafür
Gründe gibt. Diese Handlungsweise steht im Gegensatz zum
ursprünglichen Verbot des Nazi-Aufmarschs und zur Praxis in zahlreichen
Städten, zuletzt in Leipzig und Potsdam.
Die deutsche Geschichte mahnt, dass der Verbreitung von
nationalsozialistischer Propaganda glaubhaft und rechtzeitig Zivilcourage
entgegen gesetzt werden muss. Die Kundgebung wurde daher bewusst in die
Nähe desjenigen Ortes gelegt, an dem die Nazis aufmarschieren wollen.
Aufgrund des friedlichen Charakters der Kundgebung sind keine nachweisbaren
Gesichtspunkte gegeben, die geplante Kundgebung vom Bereich des
Bahnhofsvorplatzes weg zu verlegen. Das hat das Bündnis in seiner
Widerspruchsbegründung an die Stadt Karlsruhe dargelegt und beim
Verwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs beantragt.
Das Bündnis hat beginnend mit Veranstaltungen zur Pogromnacht mit einer
eindrucksvollen Veranstaltungsreihe Kund getan, dass es ihm nicht nur um
Protest, sondern auch um Aufklärung gegen den Neofaschismus geht. Alle
Bürgerinnen und Bürger sind am 1. Dezember zu einem Stadtrundgang
eingeladen. Der Historiker Jürgen Schuhladen-Krämer erinnert an
Stätten der Verfolgung und des Widerstands gegen den Faschismus in unserer
Stadt. Treffpunkt 17.00 Uhr Kronenplatz.
Es bleibt dabei: Alle Bürgerinnen und Bürger treffen sich am 3.
Dezember, 16.00 Uhr, auf dem Bahnhofsvorplatz.
Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
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