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8.11.2005
Protestaktionen zum 3.12.2005 » Presse
Offener Brief des AAKA
an den OB der Stadt Karlsruhe
An den
Oberbürgermeister der
Stadt Karlsruhe
Heinz Fenrich
Rathaus am Marktplatz
76124 Karlsruhe
08.11.2005
Verbot von Nazi-Aufmarsch am 03. Dezember 2005
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
mit großer Verwunderung musste ich der heutigen Ausgabe der BNN
entnehmen, dass der Leiter des Amtes für Bürgerservice und Sicherheit
(BuS), Dieter Behnle, öffentlich äußert, dass die Stadt
darüber nachdenke, ob die beiden für den 03.12.05 angekündigten
Demonstrationen verboten werden sollen.
Als Vertreter der Gewerkschaften im DGB, einer durch Verfassungsrang
geschützten Organisation in unserer Republik, verwahre ich mich
ausdrücklich dagegen, dass die geplante Protestveranstaltung gegen den
Naziaufmarsch dem Auftrieb der Neonazis gleich gestellt wird, indem beide in
einem Atemzug genannt werden.
Es steht sowohl für mich, wie auch für die Vertreterinnen und
Vertreter aller 50 Organisationen und Einrichtungen, die den Aufruf zur
antifaschistischen Aktion unterschrieben haben, außer Frage, dass wir es
am Liebsten sehen würden, dass die unverbesserlichen, reaktionären
Kräfte keinen Platz in dieser Stadt für ihre Umtriebe
hätten.
Es kann jedoch wohl nicht sein, dass ein Vertreter der Stadt Karlsruhe
über die öffentlichen Medien den Eindruck erweckt, zwei
Veranstaltungen völlig gleichwertig zu beurteilen, sprich für die
Stadt den einfachsten Weg zu gehen und beide zu untersagen.
Umso ärgerlicher ist dieser Umstand deshalb, weil es bis dato
Ihrerseits keine Reaktion auf ein Schreiben des DGB vom 12.10.05 gegeben hat,
in dem Sie gebeten wurden, den Aufmarsch der Nazis zu verbieten.
Abgesehen davon, hat es bis dato kein Gespräch eines Vertreters der
Stadt Karlsruhe mit den Veranstaltern der antifaschistischen Demonstration und
Kundgebung gegeben, obwohl die Anmeldung hierfür bereits seit
annähernd 3 Wochen dem BuS vorliegt.
Im Namen der aufrufenden Organisationen bedaure ich die momentane
Entwicklung, die sich deutlich von derjenigen unterscheidet, wie sie sich zuletzt
zwischen dem DGB als Koordinator der antifaschistischen Aktionen und der Stadt
entwickelt hatte.
Uns ist jedoch sehr daran gelegen, wieder zu einer vernünftigen
Gesprächsbasis zurück zu finden und gemeinsame Wege zu finden.
Deshalb bitte ich Sie, mir über mein Büro kurzfristig für
diese Woche noch vor dem BuS-Gespräch einen Gesprächstermin zukommen
zu lassen.
Zu diesem Gespräch, das nicht mehr als eine halbe Stunde in Anspruch zu
nehmen braucht, werde ich eine kleine Delegation aus dem Kreis der
antifaschistischen Organisationen mitbringen.
Um unserer dringenden Bitte etwas Nachdruck zu verleihen, werden wir dieses
Schreiben der regionalen Medien-Öffentlichkeit zur Verfügung
stellen.
Mit freundlichen Grüßen
Elwis Capece
Geschäftsführer
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