28.4.2008

Presse

Mehr als 600 zeigen Gesicht gegen Neonazis

Erfolgreiche Protestaktion "Stuhlgang gegen Braun" in Durlach

Dem Aufruf des AAKA zur Protestaktion "Stuhlgang gegen Braun" gegen das Neonazi-Zentrum in Karlsruhe-Durlach folgten am Freitag, dem 25. April 2008, mehr als 600 Bürgerinnen und Bürger, darunter erfreulich viele SchülerInnen und Jugendliche.


Wir dokumentieren die Presse-Mitteilung des AAKA:

Antifaschistisches
Aktionsbündnis
Karlsruhe

26.4.2008

Presse-Mitteilung:


Mehr als 600 zeigen Gesicht gegen Neonazis

Durlacher Demo "Stuhlgang gegen Braun" markiert Wendepunkt hin zur NPD-Niederlage

Für mehr als eine Stunde war am Freitag die Bundesstraße 3 vor dem geplanten NPD-Progagandazentrum in Durlach dicht. In nur vier Tagen Vorbereitungszeit waren dem Aufruf des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Karlsruhe (AAKA) mehr als 600 Bürgerinnen und Bürger aus Durlach und der nähren Umgebung gefolgt, darunter die Ortsvorsteherin, Ortschaftsräte, Bundes- und Landtagsabgeordnete, viele aktive AntifaschistInnen und erfreulich viele SchülerInnen und Jugendliche. AAKA-Mitglieder hatten zur Mobilisierung 5000 Flugblätter in Durlach verteilt.

Unter großen Beifall stellte Silvia Schulze, Sprecherin des AAKA und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) in Karlsruhe zur Eröffnung fest: "In Durlach wird es niemals ein NPD-Zentrum geben!". Mit der heutigen Aktion seien geplante Nazi-Versammlungen im Haus Badener Str. 34 bereits zum dritten Mal in Folge verhindert worden. "Auf jeden weiteren Versuch von Nazi-Propagandaversammlungen werden wir in der gleichen Weise vor Ort reagieren, solange bis das Zentrum verschwunden ist."

Die RednerInnen - Winnie Kratzmeier-Fürst, GRÜNE Ortschaftsrätin, Jürgen Ziegler, stellv. DGB-Regionsvorsitzender und ver.di-Bezirksgeschäftsführer, Karin Binder, MdB DIE LINKE., Johannes Jung, MdB SPD, und ein Vertreter des Ettlinger Bündnisses gegen Rassismus und Neonazis - bezogen sich auf verschiedene Aspekte wie demokratische Traditionen von Durlach, Sozialabbau und Bildungsdefizite als Nährboden für Neonazis, Notwendigkeit der aktiven Unterstützung der gesamten Region und waren sich einig darin, dass der braune Spuk in gemeinsamem, kraft- und phantasievollem Widerstand beendet werden wird.

In einer Musikpause verständigten sich die Anwesenden darauf, unverzüglich zu einer Sitzung zusammenzukommen, um die weiteren Schritte unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Organisationen von Durlach zu beraten. Als Termin wurde Dienstag, 29. April 2008, 19.00 Uhr, Naturfreundehaus Durlach, festgelegt.

Bereits jetzt steht eine Informations- und Diskussionsveranstaltung am 7. Mai 2008, 19.00 Uhr im großen Saal des Kinder- und Jugendhauses in Durlach mit dem Thema "Zum Tag der Befreiung Keine Nazis, nicht in Durlach, nirgendwo!" fest. Die Veranstalter VVN-BdA, DGB und ver.di haben als Referenten Ulrich Sander und Robert Andreasch gewonnen und laden alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein.

Eine Delegation der Protestversammlung konnte sich auf Einladung der Versammlungsbehörde und der Polizei davon überzeugen, dass das Haus aufgrund der städtischen Auflage für jegliche Nutzung außer Sanierungsarbeiten geschlossen ist. Laut BNN hatte die Polizei am Rande der Demo 15 Personen des rechtsextremen Spektrums Platzverweise erteilt. Einer davon hatte Videoaufnahmen der Demo-TeilnehmerInnen gemacht. Silvia Schulze stellte dazu als Versammlungsleiterin unter starken Beifall der Anwesenden fest, dass von der Polizei erwartet wird, dass das Videomaterial beschlagnahmt und vernichtet wird.

FASCHISMUS IST KEINE MEINUNG, SONDERN EIN VERBRECHEN!

© Antifaschistisches Aktionsbündnis Karlsruhe