10.5.2007

Presse
Presse-Info

8.5.2007


Antifaschistischer Protest gegen Nazi-Provokation am 8. Mai

Die VVN-Bund der Antifaschisten Karlsruhe fordert Oberbürgermeister Fenrich, Stadtrat und Polizeibehörde auf, alles in ihren Kräften stehende zu tun, eine für heute am Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg geplante Nazi-Provokation zu unterbinden und einen spontanen Protest der DemokratInnen und AntifaschistInnen zu unterstützen statt zu behindern. Es ist an uns allen - BürgerInnen wie städtischen Verantwortlichen - ein energisches Zeichen gegen Geschichtslügen und Nazi-Provokationen zu setzen. Das sind wir den Millionen Opfern des deutschen Faschismus schuldig.

Aus der rechten Szene ist gestern bekannt geworden, dass NPD und "Freie Kameradschaften" sich heute 19:30 Uhr am Durlacher Bahnhof treffen wollen. Die Stadt hat bestätigt, dass eine Person aus der rechten Szene im inhaltlichen Zusammenhang mit dem 8. Mai eine Anmeldung getätigt hat.

Gestern wurde anlässlich des Jahrestags der Befreiung unter Mitwirkung von Bürgermeister Eidenmüller im Ständehaus eine Ausstellung über den antifaschistischen Widerstand der Roten Kapelle eröffnet. In bewegenden Worten sprach der Sohn der beiden ermordeten WiderstandskämpferInnen Hilde und Hans Coppi über den opferreichen Kampf einer der größten deutschen Widerstandsgruppen. In diesem Zusammenhang erinnerte die VVN-Bund der Antifaschisten an versuchte Nazi-Aufmärsche in der letzten Zeit und sprach die Erwartung aus, dass sich die Stadt Karlsruhe im Sinne ihres Gemeinderatsbeschlusses verstärkt darum bemüht, die AntifaschistInnen bei ihrer Gegenwehr zu unterstützen.

Bürgermeister Eidenmüller schilderte die europäischen Traditionen der Stadt Karlsruhe als Residenz des Rechts und die weiter als prägend angesehene Idee einer Kulturhauptstadt. Wenn der "furchtbare Jurist" Hans Filbinger den grundsätzlichen Bruch zwischen Recht und Nazi-Unrecht bis zu seinem Lebensende nie eingesehen habe "Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein" und 1978 als Ministerpräsident zurücktreten musste, so sei das nur zu Recht geschehen, während die Rote Kapelle ein wunderbares Beispiel dafür sei, in welchen Traditionen die Stadt Karlsruhe stehen möchte.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Behörden in der Praxis so verhalten, wie es den Worten des Bürgermeisters entspricht.

Kein Platz für Nazis in Karlsruhe und anderswo!

Weiße Rose gegen braune Gewalt!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

NPD-Verbot - Jetzt!

Silvia Schulze
VVN-BdA Karlsruhe
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten
© Antifaschistisches Aktionsbündnis Karlsruhe